Rechtschreibtraining mit der Lernkartei

Erstellen von Karteikarten

Alle Wörter, deren Schreibung nicht beherrscht wird, können mit der Lernkartei gelernt werden, z.B. Wörter aus den Heften der Schülerinnen und Schüler, aus Diktaten und Aufsätzen. Testen Sie zudem mit den kostenlosen Diktatlisten, ob die in unserer Sprache am häufigsten benutzten Wörter richtig geschrieben werden.

Zu allen falsch geschriebenen Wörtern erstellen Sie Karteikarten. Wurden z.B. die Wörter Zeit, träumen und wirklich falsch geschrieben, so übertragen Sie diese auf Karteikarten.

Karteikarte mit den Wort "die Zeit"
Karteikarte mit den Wort "träumen"
Karteikarte mit den Wort "wirklich"

Bei einigen Wörtern sollte ein ganzer Satz auf die Karteikarte geschrieben werden, z. B. bei arm – Arm.

Karteikarte zum Wort "arm"
Karteikarte zum Wort "der Arm"

Die neuen Wörter kommen in Fach 1 der Lernkartei.

Darstellung einer Lernkartei mit 6 Fächern, ein grüner Pfeil zeigt den Weg neuer Karteikarten.

Weg der Karteikarten bei neuen Wörtern

Das Lernen erfolgt in Partnerarbeit. Eine Karteikarte wird aus der Lernbox genommen und ein Partner (Mitschüler, Eltern, Oma, Geschwister) diktiert den Text, der auf der Karteikarte steht. Dann schreibt der Schüler das Wort.

Darstellung einer Lernkartei mit 6 Fächern. Ein grüner Pfeil zeigt den Weg der Karteikarten aus Fach 1 bei gekonntem Inhalt, ein roter Pfeil bei noch nicht gekonnten Inhalt.

Ist die Schreibung richtig, so kommt die Karteikarte in Fach 2 der Lernkartei (grüner Pfeil). Ist die Schreibung falsch, so wird die orthografisch richtige Schreibung des Wortes gelernt und die Karteikarte bleibt in Fach 1 (roter Pfeil).

Lernen der Schreibung

Zum Lernen schaut sich der Schüler das Wort auf der Karteikarte genau an. Zusätzlich wird das Wort deutlich und in Silben gegliedert ausgesprochen. Dann wird es aus dem Kopf geschrieben. Bei einer erneuten Falschschreibung wird das Wort nochmals genau angeschaut, deutlich ausgesprochen und dann nochmals geschrieben.

Lernablauf am zweiten Lerntag

Am nächsten Tag befinden sich wahrscheinlich Wörter in Fach 1 und in Fach 2.

Darstellung einer Lernkartei mit 6 Fächern. Ein grüner Pfeil zeigt den Weg der Karteikarten aus Fach 2 bei gekonntem Inhalt, ein roter Pfeil zeigt den Weg bei noch nicht gekonnten Inhalt.

Die Karteikarten aus Fach 2 werden diktiert und die Wörter vom Schüler geschrieben. Bei Richtigschreibung wandern sie in Fach 3 (grüner Pfeil), bei Falschschreibung werden sie gelernt und kommen in Fach 1 (roter Pfeil).

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten aus Fach 1 am zweiten Lerntag.

Dann kommen die Karteikarten aus Fach 1 dran. Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 2 (grüner Pfeil). Bei Falschschreibung werden die Wörter gelernt und die Karteikarten bleiben in Fach 1 (roter Pfeil).

Lernablauf am dritten Lerntag

Am dritten Lerntag werden sich wahrscheinlich Wörter in Fach 1, Fach 2 und Fach 3 befinden.

Lernkartei mit 6 Fächern, ein grüner Pfeil zeigt den Weg der Karteikarten aus Fach 3 bei gekonntem Inhalt, ein roter Pfeil zeigt den Weg bei noch nicht gekonnten Inhalt.

Die Karteikarten aus dem 3. Fach werden diktiert. Bei Richtigschreibung setzt man das aktuelle Datum auf die Karteikarten und sie wandern in Fach 4. In Fach 4 machen die Karteikarten eine Woche Pause. Bei Falschschreibung kommen die Wörter in Fach 1.

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten an dritten Lerntag für die Karteikarten aus Fach 2

Danach sind die Wörter aus Fach 2 dran. Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 3. Bei Falschschreibung wird die Schreibung gelernt und die Wörter kommen in Fach 1.

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten an dritten Lerntag für die Karteikarten aus Fach 1

Nun werden die Karteikarten aus Fach 1 bearbeitet. Bei Richtigschreibung wandern die Karteikarten in Fach 2. Bei Falschschreibung wird die Schreibung gelernt und die Karteikarten wandern in Fach 1.

Neue Wörter

Lernkartei mit 6 Fächern, ein grüner Pfeil zeigt den Weg neuer Karteikarten.

Wenn in Fach 1 der Lernkartei nur wenige Wörter zum Lernen zur Verfügung stehen, kommen neue Wörter hinzu. Weitere Diktatlisten werden diktiert und neue Karteikarten geschrieben. Insgesamt sollten sich in Fach 1 aber nicht mehr als 20-30 Karteikarten befinden.

Wörter aus Fach 4

Im 4. Fach machen die Wörter eine Woche Pause. Um die Pause einhalten zu können, wurde das Datum auf die Karteikarten geschrieben. Nach der Pause werden die Wörter wiederholt.

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten aus Fach 4 bei gekonnten Karteikarten und bei nicht gekonnten.

Bei Richtigschreibung setzt man das aktuelle Datum auf die Karteikarten und die Wörter kommen in Fach 5. Dort machen die Karteikarten 2 Wochen Pause. Bei Falschschreibung werden die Wörter gelernt und die Karteikarten kommen in Fach 1.

Wörter aus Fach 5

In Fach 5 sind die Karteikarten an der Reihe, wenn sie eine Pause von 2 Wochen hatten. Die Pause kann anhand des auf die Karteikarte geschriebenen Datums kontrolliert werden.

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten aus Fach 5 bei gekonnten Karteikarten und bei nicht gekonnten.

Bei Richtigschreibung setzt man das aktuelle Datum auf die Karteikarten uns sie wandern in Fach 6, bei Falschschreibung werden die Wörter gelernt und kommen in Fach 1.

Wörter aus Fach 6

Pfeile zeigen den Weg der Karteikarten aus Fach 6. Gekonnte Karteikarten werden in einer zweiten Kartei aufbewahrt, nicht gekonnte kommen in Fach 1.

In Fach 6 sind die Karteikarten an der Reihe, wenn sie eine Pause von einem Monat hatten.

Bei Richtigschreibung gelten die Wörter als gelernt und können in einer zweiten Kartei aufbewahrt werden. Bei Falschschreibung werden sie intensiv wiederholt und kommen in Fach 1.

Grundsätzlicher Lernablauf

Überblick über den Weg der Karteikarten bei gekonntem Inhalt. Pfeile zeigen den Weg von Fach zu Fach.

Bei richtiger Schreibung wandern die Karteikarten immer nach rechts.

Innerhalb der Fächer werden die ankommenden Karteikarten immer hinter bereits im jeweiligen Fach vorhandene Karteikarten gesteckt. Die neu hinzukommenden Lernkarten befinden sich somit hinter den bereits länger verweilenden Lernkarten. In den Fächern 4, 5 und 6 muss somit nur jeweils die vorderste Karteikarte kontrolliert werden, um zu schauen, ob die Pausen bereits vorbei sind.

Überblick über den Weg der Karteikarten bei nicht gekonntem Inhalt. Pfeile zeigen den Weg zurück in Fach 1.

Bei falscher Schreibung kommen die Karteikarten immer in Fach 1.

Lernen in Intervallen

Fach 1Fach 2Fach 3Fach 4Fach 5Fach 6
täglichtäglichtäglich1 Woche2 Wochen4 Wochen

In den ersten 3 Fächern können die Karteikarten täglich bearbeitet werden, in den letzten 3 Fächern sind Pausen einzuhalten. In Fach 4 machen die Karteikarten eine Woche lang Pause, in Fach 5 folgt eine Pause von 2 Wochen und im 6. Fach eine Pause von 4 Wochen.

Die Zeitangaben dienen als Orientierung. Längere Pausen sind gut, sehr kurze Pausen sollten vermieden werden.

Steuerung des Schreibablaufs durch das Mitsprechen

Rechtschreibschwache Schüler schreiben teils zu schnell und zu unkontrolliert und durchgliedern dabei die Wörter nicht. Auslassungen einzelner Buchstaben oder ganzer Silben sind die Folge. Durch ein Mitsprechen beim Schreiben kann der Schreibablauf gesteuert werden. Die Schülerinnen und Schüler sprechen das Wort Silbe für Silbe und schreiben synchron zum Sprechen.

Die Ursache des Erfolgs dieser Methode ist recht einfach. Versuchen Sie bitte, ein Wort zu schreiben und gleichzeitig ein anderes auszusprechen oder versuchen Sie, die zweite oder dritte Silbe eines Wortes zu sprechen, während Sie die erste schreiben.

Beispiel: Schreiben Sie Blu-men-topf, während Sie Topf-blu-me sprechen.

Es wird kaum gelingen, denn es ist sehr schwierig, genau gleichzeitig etwas anderes zu schreiben als das, was man gerade spricht. Es ist auch kaum möglich, das Wortende zu sprechen, während man den Wortanfang schreibt. Diesen Zusammenhang kann man sich zunutze machen und das Schreiben durch ein synchrones Mitsprechen steuern.

Beim Erlernen dieser Technik spricht die Lehrerin laut und in Silben gegliedert vor, die Schülerinnen und Schüler sprechen mit und erlernen dabei, wie das Wort lautlich für die Rechtschreibung durchgliedert wird, z.B. schwim-men. Die Wörter werden in der Form gesprochen, wie sie geschrieben werden müssen. Danach sprechen die Schülerinnen und Schüler beim Schreiben mit, steuern den Schreibablauf durch das synchrone Sprechen. Sie sprechen anfänglich laut, später leise und schließlich reicht ein Bewegen der Lippen.

Führen eines Übungsheftes

Zum Üben empfiehlt sich ein Schreibheft mit den entsprechenden Linien der Klasse des Schülers. Die am Vortag geschriebenen Wörter sollten beim Lernen abgedeckt werden.

Die Schrift sollte deutlich sein. Unleserliche Wörter werden nochmals geschrieben. Falsch geschriebene Wörter werden durchgestrichen und aus dem Gedächtnis nochmals richtig geschrieben.

Durch das jeweilige Notieren des Datums erhält man einen Überblick über die Häufigkeit des Lernens.

Wie lang dauert das Training?

Es sollte möglichst täglich mit der Lernkartei gelernt werden, jeweils 10-15 Minuten.

Für die Diktatlisten mit dem Grundwortschatz sollte man sich mehrere Monate Zeit nehmen, je nach Leistungsstand.

Wird der Grundwortschatz beherrscht, so können die Diktatlisten mit den schwierigen Wörtern gewählt werden. Das sind 250 Wörter, die von vielen Schülerinnen und Schülern falsch geschrieben werden. Auch hierfür sollte man sich mehrere Monate Zeit nehmen.

Werden der Grundwortschatz und die schwierigen Wörter beherrscht, so reduzieren sich die Fehlerzahlen erheblich.

Es werden während der gesamten Schulzeit aber immer wieder neue Wörter auftauchen, deren Schreibung noch nicht sicher beherrscht wird. Meistens sind dies Wörter, die nicht lautgetreu sind und deren Schreibung nicht über Regeln erfolgen kann.

Überträgt man die individuell nicht beherrschten Wörter auf Karteikarten und lernt sie in der Lernkartei, so ist das ein sehr effektives Training.

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